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4

Abfallvermeidung

4.1

Die Abfallproblematik im weitesten Sinne (feste, flüssige und gasförmige Sub- stanzen) muss als Herausforderung von existentieller Bedeutung erkannt und angegangen werden! Ein hohes Abfall- und Abwasseraufkommen bedeutet Rohstoff- und Energieverschwendung. Der Anteil giftiger, z.T. langlebiger Stoffe aus den Wirtschaftskreisläufen, darunter der Abfall- und Verwertungswirtschaft, belastet Luft, Boden und Wasser und damit unsere natürlichen Lebensgrundlagen.

4.2

Die LNU fordert die Minimierung der Schadstoffpotentiale und des Stoffdurchsatzes bereits auf den Ebenen des Produzierens und Konsumierens. Sie hält diesen Weg für die nachhaltigste Form des Ressourcenschutzes und des Schutzes vor Schadstoffbelastung.

4.3

Um diese volkswirtschaftliche wie ökologische Belastung zu vermindern, reichen die abfallwirtschaftlichen Instrumente allein nicht aus. Sie führten bis- her zu einer Verlagerung der Abfallströme. Vermeidungserfolge wurden durch vermehrten Konsum überkompensiert. Der an sich richtige Grundgedanke der Verwertung / Verwendung von Produkten und Abfallstoffen wurde durch "Scheinverwertung" und "Umweltdumping" diskreditiert. Eine nachhaltige Umsteuerung kann nur gelingen, wenn der Preis für Primärenergie und -rohstoffe ihrer Knappheit entspricht.

4.5

Die Abfallwirtschaft mit dem Ziel einer möglichst vollkommenen Kreislaufwirtschaft muss daher im Rahmen einer ökologischen Steuerreform und durch wenige wirksame, ordnungspolitische Rahmenbedingungen sicherstellen, dass

4.5.1

– langlebige und reparaturfreundliche Produkte sowie abfall- und emissionsarme Produktionsweisen gefördert und umgesetzt werden;

4.5.2

– eine Wiederverwendung von Produkten oder deren Teilen bevorzugt wird;

4.5.3

– durch Reduzierung der Stoffvielfalt und Vermeidung von Verbundstoffen die Neubildung von Schadstoffen (z.B. Dioxin) in Verwertungs- und Behandlungsprozessen vermieden sowie ein sortenreines Recycling ermöglicht wird;

4.5.4

– radioaktiv kontaminierte Stoffe nicht wiederverwertet werden;

4.5.5

– der Einsatz von PVC und anderen problematischen Produkten der Chlorchemie generell in allen Bereichen soweit wie möglich eingeschränkt wird;

4.5.6

– Einwegverpackungen durch Mehrwegsysteme ersetzt werden;

4.5.7

– Eigenkompostierung von organischem Material gefördert, die Biotonne flächendeckend eingeführt und dezentrale Kompostanlagen eingerichtet werden; – Kompost sollte als Bodenverbesserungsmittel in der Landwirtschaft sowie im Garten- und Landschaftsbau unter Beachtung der Gütevorschriften der Bundes-Gütegemeinschaft Kompost eingesetzt und nicht auf Deponien verbracht werden;

4.5.8

– sortenreine Wertstoffe aus Bauabfällen (Steine, Metall etc.) zurückgewonnen werden (Einführung eines Gebäudepasses).

4.6

Müllverbrennung als thermische Vorbehandlung oder energetische Nutzung birgt die Gefahr der Freisetzung neuer zusätzlicher Schadstoffe und wirkt den Bemühungen einer Abfallvermeidung entgegen. Soweit eine Behandlung vor der Deponierung nötig ist, sollte Müllverbrennung nicht eingesetzt werden, wenn Verfahren zur Verfügung stehen, die schadstoffärmer und energetisch günstiger arbeiten.

 
1. Verbandspolitik 2. Wirtschaft 3. Energie 4. Abfallvermeidung 5. Raumordnung und Verkehr 6. Naturschutz und Landschaftspflege 7. Schutz historischer Kulturlandschaften
8. Landwirtschaft 9. Gewδsser 10. Fischerei 11. Wald und Forstwirtschaft 12. Jagd 13. Umwelterziehung / Umweltbildung 14. Erholung in der freien Landschaft